25.02.2021

Antrag Schulsozialarbeit

Sehr geehrte Frau Landrätin,

die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen stellt folgenden Antrag zur Beratung und Genehmigung.

Der Kreistag möge beschließen, den Ansatz für Schulsozialarbeit um 150.000 Euro zu erhöhen, um dem Fachdienst 4 insgesamt mehr Handlungsmöglichkeiten in der Coronapandemie zu ermöglichen und verstärkt niederschwellige Hilfe für Kinder- und Jugendliche anzubieten.

Begründung: Wie aus einer Anfrage vom 08.01.2021 und der Antwort der Kreisverwaltung hervorgeht, gab es schon vor Corona einen hohen Bedarf an Schulsozialarbeit. Hier hat der Kreistag die Projekte „Sozialpädagogen an Grundschulen“ und das „Zuschusssystem an Schulen“ bereits für 5 Jahre bis zum 31.07.2022 bewilligt.

Weiterhin schreibt der FD4: „Es gibt vermehrt Anträge auf die Ausweitung der Ressourcen, die aufgrund des gesetzten Rahmens jedoch nicht befriedet werden können“.

Nun kommt die Pandemie dazu und die Probleme werden deutlich größer. Hierzu hat sich der Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie, Herr Dr. Patjes, am 26.01.2021 in der NOZ deutlich geäußert. Er spricht von deutlich mehr Essstörungen, vermehrtem Medienkonsum, Schulvermeidung usw.

Zitat: „Wir haben deutlich mehr psychisch kranke Kinder“, sagt der Facharzt. Und: „In Zeiten einer Pandemie, in der viele Tagesstrukturen wegbrechen, ist das Bedürfnis nach Kontrolle besonders hoch. Es gibt Patienten, die eine genetische Veranlagung haben, aber das Ausmaß ist schon enorm. Bei uns in der Klinik mehren sich die Anfragen, der Aufnahmedruck steigt und die Wartezeiten werden immer länger. Zu der Anorexie kommen oft noch Begleitsymptome hinzu wie Zwangsstörungen, also beispielsweise exzessives Händewaschen oder Zählen von Dingen, oder depressive Episoden.“

Weitere Presseveröffentlichungen zu diesem Thema erscheinen wöchentlich. Hier ist Schulsozialarbeit die niedrigschwelligste Möglichkeit, diese Probleme aufzudecken und erste Schritte einzuleiten. Niemals kann Schulsozialarbeit eine Therapie ersetzen, aber sie ist der erste und ganz wichtige Schritt hin zu einer wirkungsvollen Unterstützung.

Daher fordern wir den Kreistag auf, einer Erhöhung des Etats für Schulsozialarbeit zuzustimmen. Selbstverständlich sind wir uns der angespannten Haushalts- und Personalsituation bewusst. Daher haben wir den Betrag auf das unserer Meinung nach notwendigste beschränkt und wollen kein neues Verfahren einrichten, sondern die vorhandenen bewährten Strukturen im Landkreis nutzen und mit zusätzlichen Mitteln ausstatten. Sparen durch Prävention, sehen wir hier als dringend notwendigen Weg an.

Michael Geschwinde

Kategorien:Antrag
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